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Trotz unserer vielen auch von rumänischer Seite immer wieder gelobten, zukunftsweisenden Projekte leidet unsere Arbeit seit Jahren unter der restriktiven, teilweise gegenüber Nicht-Staatlichen-Organisationen (NGO) feindlichen Verwaltung und Politik in Rumänien.
So haben wir für die Betreuung der Menschen mit Behinderung in den Wohnhäusern, Apartments und den Wohnmodulen in Cadea über viele Jahre im Vergleich zu den staatlichen Einrichtungen nur sehr geringe Standarderstattungen erhalten. Diese konnten die die laufenden Kosten, bedingt durch die Inflation und ständig wachsende neue gesetzliche Auflagen, in keiner Weise decken. Deutsche Spendenmittel mussten über Jahre in erheblichem Maße für den laufenden Betrieb aufgewendet werden. Eine Gleichbehandlung mit den staatlichen Einrichtungen erfolgte erst 2020, so dass unsere Mitarbeiter in unseren Wohneinrichtungen heute auf der gleichen Lohnhöhe liegen wie ihre KollegInnen in ndne staatlichen Einrichtungen.
Eine Reihe unserer anderen Projekte, wie das Tageszentrum, die Treffpunkte und das Auszugsprojekt wurden über Jahre von staatlicher Seite überhaupt nicht finanziert oder bekamen unregelmäßig Zuschüsse. Die lange Vorfinanziuerung durch Spenden hat sich aber gelohnt. Seite Mitte 2025 sind die meisten dieser Dienste in der staatlichen Regelfinanzierung.
Eine bittere Erfahrung ist der 2023 erfolgte Entzug der Trägerschaft des Heimes Cadea und des Wohnhauses Casa Frankfurt, das zwar mit deutschen Spendenmitteln gekauft und ausgebaut wurde, aber seiner Zeit im Vertrauen auf eine gute Zusammenarbeit dem Staat übergeben wurde. Der Entzug der Trägerschaft war ein politischer Schritt, den Einfluss von NGOs zurückzudrängen und dem Staat auf jeden Fall den Vorrang vor freigemeinnützigen und privaten Initiativen zu geben. Besonders schmerzlich war, dass die Bewohner und Bewohnerinnen einen Teil der errungenen Freiheiten wieder verloren, weil mit der Re-Verstaatlichung auch ein Rückfall in die medizinische Ausrichtung der Hilfen für Menschen mit Behinderung bedeutete..
Dennoch haben wir weiter gemacht. Zum einen, weil viele Menschen mit Behinderung, wie auch ihre Angehörigen, alle Hoffnungen auf uns setzen, zum anderen, weil unser rumänisches Leitungsteam vor Ort und unsere rumänischen Mitarbeiter in den Teilprojekten wunderbare Arbeit machen, hoch engagiert sind und sich mit dieser Arbeit identifizieren.
Eine positive Erfahrung war für uns, dass die Bukarester Behörden Mitte 2025 den Weg für die Beantragung von EU-Mitteln durch NGOs freigemacht haben und die örtlichen Behörden uns, im Gegensatz zu ihrerm Verhalten zwei Jahre davor, um den Aufbau neuer Wohnangebote und ambulanter Dienste mit Hilfe dieser EU-Mittel baten. Damit erfüllen wir jetzt den gesetzlichen Auftrag zur Deinstitutionalisierung von Menschen mit Behinderung aus Heimen in der Region Bihor.
